Ring-Lokschuppen als Blickfang PDF  | Drucken |

RAHMENPLAN Ein Entwurf für das Bahngebiet zwischen Sponholzer und Morgenlandstraße wird diskutiert. Viele Bahnbrachen sind Hauptmangel.

VON REINHARD WEHDEN

NEUBRANDENBURG. Die Bahnbrachen und die Barriere durch Gleisstränge zwischen der Nordstadt und dem übrigen Neubrandenburg liegen Städteplanern und -sanierern schwer im Magen. Mit schon erfolgter Festlegung als Sanierungsgebiet soll die Behebung städtebaulicher Mängel nun erleichtert werden. Mit dem Rahmenplan entstehen nämlich Arbeitsinstrument und Zielrichtung. Zwar umfasst der Name des Rahmenplans, der jetzt im Entwurf in den Ausschüssen vorgelegt und über den am 17. Dezember die Stadtvertretung befinden wird, „Nordstadt- Ihlenfelder Vorstadt“. Doch das ist nur den vorbereitenden Untersuchungen geschuldet; es geht, wie Architektin Annette Lange von A&S im Stadtentwicklungsausschuss darlegte, um das Bahnhofsgebiet mit seinen vielen leerstehenden Gebäuden, nur vereinzelt inselhaften Entwicklungen und dem hohen Anteil versiegelter Flächen zwischen Morgenlandstraße im Westen, der Sponholzer Straße im Osten, der Greif- und Ravensburgstraße bzw. Kranichschule im Norden und den Gleisen an der Johannesstraße, dem Engelsring bis zur Gerichtsstraße, Nordbahnund Robert-Blum-Straße im Süden. Besondere Schwerpunkte, zu denen es auch schon extra Untersuchungen und Planungen gibt, sind der „Vogelzug“, der Bereich der Lokschuppen und das Gebiet „Am Güterbahnhof“ (ehemaliges Gaswerk). Über die Finanzierung des Bahnhofstunnels, der zur unterirdischen Stadtteilverbindung zwischen Stadtzentrum und Vogelviertel werden soll, gibt es inzwischen wieder Gespräche mit der Bahn, wie es auf Nachfragen im Ausschuss hieß. Die beiden nebeneinander stehenden denkmalgeschützten Ring-Lokschuppen und das Stellwerk sollen erhalten werden und es gibt auch schon das Interesse zweier Investoren (der Nordkurier berichtete). Den zerfallenen Rest leerstehender Schuppen und Gebäude wollen die Planer wegreißen lassen, um so den Blick auf die zukünftig sanierten Lokschuppen zu ermöglichen. Das alte Bahnpostamt ist aus Sicht des Rahmenplans „relativ gut erhalten und weiter nutzbar“ – ein günstiger Platz für Gewerbebetriebe auch in der Nachbarschaft. Den Garagenkomplex und die Schule Brechtstraße sollten durch ergänzende Wohnoder Verwaltungsgebäude ersetzt werden. Auf der Westseite des Bahnhofs, im Bereich des ehemaligen Südbahnhofs, sehen die Planer das „größte Potenzial für neue und ergänzende Bebauung“. Sie stellen sich nicht nur ausgebaute Parkplätze (der Gerichtsmeile), sondern auch Wohnhäuser passend zum Jahnviertel vor mit entsprechend geordneten Gehund Radwegen. Im Tunnel zwischen Heidenund Johannesstraße sieht der Rahmenplan bereits eine wesentliche Aufwertung für das Stadtgebiet. Außerdem wurden auf der Südseite der Johannesstraße schon zahlreiche Ruinen abgerissen und die Flächen beräumt. Nun müsse man restliche leer stehende und nicht mehr zu nutzende Bausubstanz abreißen, die Baumpflanzungen möglichst zu einer Allee ergänzen und Gewerbebetriebe zur Straßenseite hin aufwerten.

©Nordkurier 02.12.2009